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19. Juli – 28. August 2014 · 4FACHWERK Museum · Freudenberg

Im 4FACHWERK Mittendrin Museum waren Collagen ausgestellt – von der kleinformatigen Papier-Collage über Assemblage-Arbeiten bis zu größeren Formaten in malerischer Technik. Collage meint dabei aber weniger eine bestimmte Technik als vielmehr ein grundlegendes Gestaltungsprinzip, eine Art zu denken und zu arbeiten: das „Prinzip Collage“ als Form der Skepsis, der Hinterfragung herkömmlicher Bildbegriffe. Die in den gezeigten Collagen aufgegriffenen Themen zwischenmenschlicher Beziehungen, Widersprüche und Gegensätze entfalten durch die Mittel der Collage erst ihren hintergründigen Reiz, ihre eigene Poesie.

Indem die Gesten und Haltungen menschlicher Figuren aus unterschiedlichen Zeitepochen mit anderen Figuren, Tieren oder Alltagsgegenständen kombiniert werden, spiegeln sich absurd erscheinende zwischenmenschliche Situationen wieder. Die Oberflächlichkeit und Scheinheiligkeit menschlicher Beziehungen sollen sichtbar gemacht und schonungslos entlarvt werden. Gleichzeitig entfalten sie etwas Erzählerisches, Rätselhaftes, manchmal auch Komisches. Der Betrachter wird zwar mit unterschiedlichen Realitätsebenen konfrontiert und provoziert. Ihm bleiben aber jederzeit genügend eigener Spielraum für individuelle Interpretationen, Entdeckungs- und Deutungsmöglichkeiten.
Die Titel der einzelnen Arbeiten, wie z.B. „Der Geruch der Tiefe“, „Im Herbst der Wörter“ oder „Die Spur der Erben“ fordert die Phantasie des Betrachters zusätzlich heraus. Unbewusste Erinnerungen werden geweckt. Scheinbar Vergessenes wieder freigelegt. Was bleibt – und das ist durchaus so gewollt – wird dennoch ein Gefühl des Zweifels bleiben, gemischt mit einer Prise Humor und Sarkasmus.