Gut und Böse

„Der Grundglaube der Metaphysiker ist der Glaube an die Gegensätze der Werthe. […] Es wäre sogar möglich, dass was den Werth jener guten und verehrten Dinge ausmacht, gerade darin bestehe, mit jenen schlimmen, scheinbar entgegengesetzten Dingen in verfänglicher Weise verwandt, verknüpft, verhäkelt, vielleicht gar wesensgleich zu sein. Vielleicht! — Aber wer ist willig, sich um solche gefährliche Vielleichts zu bekümmern!“

Dieser Textauszug (oben) aus Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ (erstmals veröffentlicht 1886) stammt direkt aus dem ersten Hauptstück („Von den Vorurteilen der Philosophen“, Paragraph 2). Hier hinterfragt Nietzsche radikal den metaphysischen Glauben an starre Gegensätze und zeigt die Zwiespältigkeit auf, dass das „Gute“ und das „Böse“ (oder Wahrheit und Schein) in Wahrheit untrennbar ineinandergreifen.

Was seine Erklärung gefunden hat, hört auf zu interessieren.

Nietzsche (aus “Jenseits von Gut und Böse”)