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	<title>Perspektiven &#8211; artmill</title>
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		<title>Was ist Dada?</title>
		<link>https://www.artmill.de/was-ist-dada/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Mueller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Dec 2019 16:17:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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<p>Reduziert sich Dada lediglich auf eine anarchistische Bewegung, die  Prinzipien wie “Provokation” und “Zufall” auf ihre Fahnen schrieb? Waren  es einfach nur aktionistische Spinner, naive Weltverbesserer oder  ängstliche Kriegsgegner, die sich am Vorabend des 1. Weltkrieges zu  dieser Bewegung bekannten? Provokation war ihnen zwar Mittel zum Zweck  auf jeden Fall aber war es weniger Zufall, der die Gründer des “Cabaret  Voltaire”, Hugo Ball mit seiner Frau Emmy Hannings, Marcel Janco,  Tristan Tzara, Hans Arp und Richard Huelsenbeck 1916 in Zürich  zusammenführte (übrigens zeit- und ortsgleich zum russischen  Revolutionär Lenin).</p>
</div>



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<p></p>



<p>Wer das Wort „Dada“ geprägt hat lässt sich historisch nicht mehr  zweifellos klären. Von Arp existiert folgende Aussage: <em>„Hiermit erkläre  ich, dass Tristan Tzara das Wort Dada am 8. Februar 1916 um 6 Uhr  nachmittags entdeckte; ich war mit meinen zwölf Kindern zugegen, als  Tzara zum ersten Mal das Wort aussprach, das uns verständlicherweise mit  Begeisterung erfüllte. Es ereignete sich im Café de la Terrasse in  Zürich, und ich trug ein Brötchen in meinem linken Nasenloch&#8230;“</em>&nbsp;  Nicht  die Malerei, vielmehr der Dichtung galt das zentrale Interesse   derjenigen, die sich nunmehr Dadaisten nannten. Was Dichtung betraf gab   Tzara dazu folgende Anweisung:</p>
</div>
</div>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>Um ein dadistisches Gedicht zu machen<br> Nimm eine Zeitung.<br> Nimm eine Schere.<br> Wähle einen Artikel von der Länge des beabsichtigten Gedichtes.<br> Schneide den Artikel aus.<br> Schneide sodann jedes von den Wörtern aus, woraus der Artikel besteht, und tue sie in einen Beutel.<br> Schüttle alles leicht.<br> Darauf nimm einen Schnitzel nach dem anderen so heraus, wie sie aus dem Beutel kommen.<br> Schreibe gewissenhaft ab.<br> Das Gedicht wird dir ähnlich sein.<br> Und so bist du ein Schriftsteller, unendlich originell und begabt mit der Sensibilität, die bezaubernd ist, obgleich sie das Verständnis des Pöbels übersteigt.<br> Beispiel:<br> wenn die Hunde die Luft kreuzen in einem Diamanten wie die Ideen und der Fortsatz der Hirnhaut die Stunde des Erwachens eines Programms zeigt…</p><cite>Zitate aus „Dada und Surrealismus“, William S. Rubin</cite></blockquote>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ihr konsequenter Widerspruchsgeist, ihre freie Lebenseinstellung und  ihre pazifistischen Überzeugungen einigte diese jungen Literaten,  Künstler und Intellektuelle aus halb Europa. Gegen starre Strukturen und  Hörigkeiten setzen sie künstlerische, literarische, musikalische,  politische und philosophische Ideen und Ausdrucksformen, um sie radikal  aber in einer spielerisch, kindischen Weise in ihr Gegenteil zu  verkehren. Etablierte Kunstformen empfanden die Dadaisten als nutzlos  für ihre Ziele. Auch strebten sie keine Nachfolge zum technikbegeisterten Futurismus, zum destruktiven Expressionismus oder des  formalistischen Kubismus an. Mit ihrer “Anti-Kunst” leugneten sie  konsequent die traditionelle und gegenwärtige Kunst oder versuchten  diese zumindest in Frage zu stellen. “Der Dadaismus”, schrieb  Huelsenbeck, “hält es für notwendig die Kunst zu bekämpfen, weil er  ihren Beitrag als moralisches Sicherheitsventil durchschaut hat.” Die  Probleme, denen sich die Welt gegenübersah, waren ernster als je zuvor.  Doch die als vermeintlich fortschrittliche Kunst der Zeit schien nicht  nur unfähiger denn je, sie stellte sich zum Teil in den Dienst der  Kriegstreiber. Dem Militär können sich junge Männer der damaligen Zeit  nur schwer entziehen. Andre Breton z.B. ist Wärter in einer  Nervenheilanstalt der Armee, Max Ernst Pionier bei der Artillerie,  Richard Huelsenbeck dient als Feldunterarzt. Der italienische Futurist  Umberto Boccioni, die deutschen Expressionisten August Macke und August  Stramm waren schon früh in den Schützengräben gefallen, wenig später  lies auch Franz Marc sein junges Leben vor Verdun.</p>



<p>Die internationale Dada-Bewegung ging nur sechs Jahre nach ihrer 
Gründung ihrem Ende entgegen. In Zeiten des politischen Friedens fehlte 
den Dadaisten ein allen gemeinsames Ziel, auf das sie ihre Wut und ihre 
Aktionen hätten richten können. André Breton beschäfige sich Anfang der 
20er Jahre mit den Traumdeutungen Sigmund Freunds und veröffentlichte im
 „Ersten Manifest des Surrealismus“ seine Erkenntnisse und Ideen. Darin 
forderte er ein „Denkdiktat ohne jede Kontrolle durch die Vernunft, 
jenseits jeder ästhetischen oder ethischen Überlegungen.“ Paul Eluard, 
Phillipe Soupault, Francis Picabia, Hans Arp, Man Ray, Max Ernst und 
später Tristan Tzara schlossen sich mit ihm zur Gruppe der Pariser 
Surrealisten zusammen. Der Beginn einer neuen fantastischen 
Kunstbewegung&#8230;</p>
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		<title>Die Sache mit der Leinwand</title>
		<link>https://www.artmill.de/beitrag-projekt-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Mueller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2019 15:08:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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<p>Es war mal wieder auf einem Flohmarkt. In Hannover diesmal. Mein 
Augenmerk fiel auf Dinge, die aus einer alten Schule stammen mussten. 
Zwei Lehrtafen, die eine aufgerollt und aufgehängt, die andere 
zusammengerollt auf dem Boden liegend, erregten mein Interesse. Die 
abgerollte leinenverstärkte Wandkarte zeigte verschiedene Pflanzen sowie
 Schnitte und Details. Alles handgemalt. Durch diese Art von Lehrmittel,
 dessen pädagogischer Wert weltweit geschätzt wird, erscheint 
Wissenschaft als Kunst.</p>



<p>Die Wandbilder dienten mir als Grundlage für zwei neue, großformatige
 Bilder. Sie waren Inspiration und Ausgangspunkt, indem ich diese so 
übermalt habe, dass dennoch ihre durchscheinende Wirkung erhalten blieb.</p>



<p></p>
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